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Ursprung und Werdegang der Geister und Seelen

Geister und Seelen spielen seit Menschengedenken bei allen Völkern in  Religionen und Mythen eine große Rolle. Der größte Geist ist Gottes Geist und die größte Seele ist die Seele der Gottheit. Wir Menschen haben den sichtbaren Körper, doch belebt wird er durch die innewohnende Seele und durch ihren lichten Geist. Jesus sagte seinen Jüngern einmal, daß das Wichtigste am Menschen nicht sein Geist, schon gar nicht sein sterblicher Leib sondern seine unsterbliche Seele ist. Auch schuf Gott laut Sirach alles zweifach, sich gegenüberstehend und ergänzend, damit es Bestand hat und den Menschen schuf er bekanntlich nach seinem Bild als Mann und Frau. Deswegen gibt es männliche und weibliche Seelen, Männer und Frauen. Die Seele eines Mannes nannten z.B. die alten Römer  "Animus", die einer Frau "Anima". Erstere ist mehr kopf-orientiert (Gedanken), zweite mehr vom Herzen dominiert (Gefühl). So ist auch erklärt warum der Mann das "Haupt" und die Frau das "Herz" eines Paares ist, wie es die christliche Religion lehrt.

Aus dieser kleinen Einleitung erkennen wir schon, daß Geister und Seelen Ebenbilder Gottes sind und wie Gott selbst Mutter- und Vater-Qualitäten besitzen.  Der Unterschied  zwischen uns und Gott ist, daß Gott wegen seiner unendlichen Größe keine begrenzte Gestalt hat. In allen Schöpfungen und allen Welten können die Engel und Menschen und alle Geschöpfe Gott nicht sehen, obwohl er überall ist. Nur die Gedanken unseres Geistes und die Gefühle unserer Seele machen uns wesensgleich mit dem Schöpferwesen.  Seelen haben übrigens eine Gestalt, sind das Kleid eines unsichtbaren Geistes. Gottes Seele aber ist wie Gottes Geist unendlich. Aber alles, was Gestalt hat auf Erden und in anderen Welten, ist aus der Matrix der Gottheit geschaffen. Es gibt geistige, seelische und materielle Arten.  Mit unseren leiblichen Augen können wir nur die Materie sehen. Nach dem Tod des Körpers sehen wir mit den Augen unserer Seele auch die Welten der Seelen bis zu der Stufe, die wir mit unserer Erkenntnis erreicht haben.

Weil das Gottwesen aber auch selbst gesehen werden möchte von seinen Kindern, schuf es die Menschenseelen als seine Kinder, ausgestattet mit Geist aus seinem Geist und Seelenmaterial aus seiner Seele und dazu ewigem Leben. Damit konnten und sollten sich die Menschenseelen frei und nicht als Marionetten entwickeln. Gott wollte, daß es Menschen gibt, die mit ihrem Geist und ihrer Liebe zu Gott finden, ihn und seine Liebe erkennen und ihn von sich aus lieben und dadurch in ihre Herzen schließen - was ja nur Wert hat, wenn  es auch freiwillig geschieht. Gekaufte Liebe oder befohlene Liebe zählt vor Gott nicht. Die wahren Gotteltern wissen, daß man Liebe nicht befehlen kann. Nie erließ das wahre echte Gottwesen ein Gebot wie dieses: "Du sollst Gott lieben!" Gott ist Liebe und straft auch nicht. In und mit  Kindern, die Gott erkennen und lieben, wird das große Gottwesen gerne mitwirken, ihnen helfend zur Seite stehen und damit quasi selbst existent werden. Gott  und Gottheit haben auch großen Gefallen daran, wenn sich ihre Kinder lieben. Wenn die Menschenkinder durch die Gotteliebe und die Liebe zu Menschen und Geschöpfen aller Art  erwachsen geworden sind, dann finden sich Paare, die zusammen bleiben und durch diese ist dann das Gottwesen perfekt vertreten in den Schöpfungen, mit diesen ist dann all ihre Macht und alle Weisheit überall. Es sind dann die echten Zwillingsflammen Gottes.

Auf dem langen Weg dahin gibt es verschiedene Stufen der Entwicklung. In der ersten Phase sind Gottes Kinder nur wie Gedanken und Gefühle  im Reich der Eltern. In der zweiten Phase reifen sie in der Matrix und erhalten Gestalten als Jungen und Mädchen, wobei bei den Mädchen mehr das mütterlich gestaltende Prinzip vorherrscht und bei den Jungs der väterlich erfinderische Geist. Alle Kinder Gottes sind einzigartig. Die Kinder sind aber noch unerfahren und unwissend. Sie müssen schließlich durch eine Schule gehen in den Schöpfungswelten der Dualitäten. Sie können nicht ewig im Kindergarten spielen. Wenn sie erwachsen wie die Eltern werden wollen, müssen sie auf eigenen Wegen ihre Erfahrungen und geistigen Schätze sammeln. Dadurch bilden sie auch ihre eigene Persönlichkeit in geistiger Freiheit aus, lernen zahlreiche  Partner mit anderen Ansichten und viel Neues kennen, was mit dem Spielgefährten im göttlichen Kindergarten nie der Fall gewesen wäre.

Sie besitzen wie gesagt noch keine Kenntnisse oder gar Erfahrungen über die großen Schöpfungswelten außerhalb des göttlichen Kinderreiches.  Sie kennen weder Gutes noch Böses. Sie sehen aber mit ihren Geistesaugen andere Geistwesen und daß einige wie sie selbst in seelische Wasser als Kinder abtauchen und später wieder erwachsen aus diesen zurückkehren und zwar größer, reicher und mit einem strahlenden Seelenkleid angetan.  Das verstehen sie nicht, doch sie wollen verstehen. So geht ein Paar, ein Junge und ein Mädchen, die sich gut verstehen, auch zu diesen unteren Seelenwassern, um so zu werden wie die zurückkehrenden Großengel. So wollen wir diese vollkommeneren Wesen mal nennen. Sie fragen die Heimkehrer und erhalten die Antwort, daß sie da unten am Baum der Erkenntnis wachsen können. Man kann dort zu Gott in sich finden, man kann sich aber auch verirren und muß dann viel Leid erfahren. Der Baum der Erkenntnis sei eine große Schule der Geistwesen, der Gotteskinder, die erwachsen werden wollen. Das junge kindliche Paar versteht nicht viel, denn es kennt noch nichts, kennt kein Leid, hat noch nie das Licht erkannt durch bewußt erlebte Dunkelheit, nie die Wärme erkannt durch bewußt erlebte Kälte, geschweige denn Liebe und Macht verstanden. Es verlangt sie nach dem Erwachsenwerden und dem Erkenntnis- und Gefühls-Reichtum. Sie wollten da auch mitmachen und solche Großengel werden!

Am Tor vor den unteren Wassern stand ein Wächter, der sie aufklärte, daß - wenn sie durch den Vorhang des Vergessens gehen - jeder von ihnen ein spezielles Seelenkleid erhält, damit sie in diesen ihnen ganz fremden Seelen-Wassern leben und Erfahrungen sammeln können. Nur so könnten sie das Geheimnis der Liebe und des Lebens wirklich erfahren und ihr gewünschtes Ziel erreichen, sei es was auch immer.  Auf dem weiteren Weg würden sie bewußtseinsmäßig getrennt und nach und nach alles vergessen.  Jeder wird auf einer Erde in ein weiteres Kleid eingekleidet, in ein beschwerliches, materielles Kleid voller Bedürfnisse. Darin werden sie die wichtigsten Phasen ihrer Persönlichkeitsbildung erleben, Liebe und Leid und auch den Tod kennenlernen. Dort bestimmen sie, welchen weiteren Weg sie gehen wollen. Viele kehren nicht mehr zurück, sondern wenden sich von den Himmeln Gottes, ihrer Heimat, ab, finden andere gleichgesinnte Partner oder Partnerinnen ohne jedoch dauerhaft glücklich zu werden.

Jetzt verzagen beide, weil sie nicht wollen, daß sie getrennt werden. - Da antwortete der Wächter-Engel, daß sie nur bewußtseinsmäßig getrennt werden und daß die so erfahrene Trennung nur solange andauert, bis sie das Wesen der Liebe kennengelernt und sich zu eigen gemacht haben, bis sie die Gott-Eltern  gefunden und erkannt haben und diese lieben. In Gottes Liebe werden sie sich alle wiederfinden und als Großengel werden sie mit allen, die sie lieben, jederzeit bewußt in Verbindung treten können. Sie werden außerdem immer nur dahin kommen, wo sie ihre Liebe, ihr Wollen hinzieht.  - Sie faßten Mut, denn es klang verheißungsvoll, die Macht der Liebe kennen zu lernen und erwachsen zu werden und einmal zur göttlichen Familie der Großengel zu gehören.

Kaum waren sie durch den Vorhang gegangen, stehen sich die zwei zum ersten Mal als junger Mann und als junge Frau gegenüber in einer unheimlichen Welt aus Dämmerlicht, unbekannten Gestalten und Formen. Zurückschauend erschraken sie zum ersten Mal, denn das Tor war nicht mehr zu sehen.  Es gab kein Zurück, nur noch den Gang durch diese fremden Welten, aus denen ihnen ein unangenehmer Wind entgegenwehte. Was werden sie erleben und zu bestehen haben?  Ein beklemmendes Gefühl beschlich sie. - Sie blickten sich an, fühlten sich zueinander gezogen und das Gefühl aufkommender Angst wich einem beseligenden Gefühl der Zuneigung zueinander. Doch als sie sich einander näherten, fielen sie plötzlich in einen tiefen Schlaf, noch bevor sie sich berühren konnten. Als sie dann nach einiger Zeit wieder erwachten, fanden  sie sich wieder ohne Gefährten, ohne Gefährtin. Zum ersten Mal erlebten sie das Gefühl des Kummers und Schmerzes. Ein Bild im Herzen erinnerte sie noch an den lieben himmlischen Bruder bzw. die liebe himmlische Schwester. Aber das Bild verschwand, je mehr sie aneinander dachten. -  Sie fühlten sich zum ersten Mal richtig allein. Es fehlte ihnen etwas ganz Wichtiges. Stattdessen blieb nur ein ziehendes Gefühl in ihrer Brust, das sie in den kommenden Zeitläufen und Inkarnationen nicht mehr verließ. Es nennt sich Sehnsucht nach dem Partner bzw. der Partnerin. Ab jetzt suchen sie die bessere Hälfte, die Ergänzung, den fehlenden Partner, den Prinzen, die Prinzessin und finden auch tatsächlich viele . . . aber fremde,  sympathische, auch unsympathische. Sie verbinden sich mit vielen freundschaftlich, mit einigen ehelich und gewinnen jedesmal neue Erkenntnisse. Doch das einzig Beständige in den unteren Wassern ist die Unbeständigkeit und so suchen sie weiter und klettern Erkenntnisstufe um Erkenntnisstufe höher.  Die Wege sind sehr unterschiedlich, ganz individuell und viele enden in Sackgassen. Nur wenige führen zum einst anvisierten Ziel...

Jede Seele geht ihren eigenen Weg, mal allein, mal in Gesellschaft oft durch viele Leben zu verschiedenen Zeiten an verschiedenen Orten unter verschiedensten Umständen. . . Einmal wird die Liebe jene zusammenführen, welche dasselbe Ziel haben und welche schon deswegen gut zusammenpassen. Wenn Gottes Liebe in ihren Herzen wohnt, werden sie das höchste und schönste Ziel erreichen und Gottesexistenzen als Mitglied der göttlichen Familie sein.