Gibt es Seelen und Geister ?

Seitdem Descartes vor Jahrhunderten den Geist aus der Materie verbannte und die Wissenschaft ohne dauernde Konfrontation mit der damals noch mächtigen Kirche in Ruhe weiterforschen konnte, müßte man unsere Naturwissenschaftler als geistlos bezeichnen. Doch geistlos möchte keiner genannt werden, denn das hieße dumm zu sein. Ähnlich verhält es sich mit der Seele. Seelenlos zu sein, hieße ein Zombie zu sein. Das will auch keiner sein. So gesehen legt jeder Wert darauf, im Besitz von Geist und Seele zu sein. Fragt man aber gezielt, ob jemand an Seelen und Geister glaubt, so schütteln die meisten Zeitgenossen die Köpfe... Warum ? - Weil man im landläufigen Sinne gewöhnlich an Spukgestalten denkt, wenn man von Geistern spricht. Solche Seelen oder Geister konnten wissenschaftlich nie nachgewiesen werden. Dennoch scheint es besonders in der modernen Quantenphysik zu spuken und dieser Spuk verwirrte sogar Albert Einstein. Er sprach von "spukhafter Fernwirkung" bei quantenphysikalischen Experimenten. Viele Quantenphysiker erklären ihre der klassischen Wissenschaft widersprechenden Forschungsergebnisse mit Parallelwelten. Sie vermeiden natürlich das Wort "Jenseits", obwohl das Jenseits eine ganz typische Parallelwelt wäre. Jenseitswelten sowie Seelen und Geister gibt es schon seit Menschengedenken im Sprachschatz aller Völker, in Mythen, Religionen, Sagen und Märchen. Manche Menschen sind überzeugt, Seelen oder Geister in Wachträumen oder gar Realität gesehen und/oder gesprochen zu haben. Früher war dies den Priestern und Heiligen vorbehalten und diese wurden ehrfürchtig angehört. Heute lacht man darüber und verlangt wissenschaftliche Beweise. Aber die bleiben aus trotz angestrengter Suche mittels teurer Forschungsprogramme und trotz einiger starker Indizien . - Woran liegt das ?

Die Ursache fehlender naturwissenschaftlicher Antworten

Auf der Suche nach Seele und Geist wird man feststellen, daß man mit Sinnesorganen und selbst modernsten Meßgeräten lediglich Körper und die auf diese wirkende Kräfte wahrnehmen bzw. messen kann. Wir hören, sehen, riechen, schmecken und tasten nur Materielles. Auch Düfte sind materielle Moleküle. Was wir zwar nicht sehen aber immerhin an den Auswirkungen auf die Materie erkennen können, sind bekannte Kräfte wie z.B. die Muskelkraft, Motorkraft und Schwerkraft oder Energieformen wie Licht und Wärme. Sie kann man gut messen, berechnen, studieren, da sie auf Körper einwirken und messtechnisch erfassbar sind.

Völlig unzugänglich für Messungen und Berechnungen sind aber Gedanken und Gefühle. Sie stehen über den Naturkräften. "Mind over matter.", heißt es ganz richtig. Geist, Gedanken und Gefühle steuern Körperkräfte, setzen Motorkräfte frei, lenken bewußt Maschinen und verändern die Welt. Diese Intelligenzen sind aber nicht von dieser Welt, nicht messbar. Sie bedienen sich nur der Kräfte der Physik und Chemie. Umgekehrt geht es nicht, denn Materie, Kraft und Energieformen sind für sich stumm, blind und dumm, könnte man sagen. Z.B. ruhen in unseren willkürlichen Muskeln die Kräfte so lange, bis unser Geist im Gehirn sie aktiviert, Nervensignale aussendet und dadurch die Muskeln in seinem Sinne betätigt. Nicht die meßbaren elektrischen Nervensignale waren die Ursache. Der immaterielle geistige, gedankliche Befehl hat die Muskelaktion veranlasst. Auch Gefühle können eine Bewegung auslösen. Die Kräfte und die Energie, die diese Bewegung ermöglichen, sieht man zwar nicht, kann sie aber an den Wirkungen auf die Materie berechnen. Aber Gedanken und Gefühle entziehen sich jeder Beobachtung und Messung. Sie sind nicht erfassbar mit materiellen Techniken. Das ist der Grund, warum wir weder mit Geräten und Instrumenten noch mit unseren Augen Geister sehen können. Sie sind immateriell. Nun könnte man sagen: Gut, wenn wir einen Geist haben, warum sieht unser Geist keinen anderen ? Einmal ist ein Geist eher ein Gedanke Gottes als ein Individuum wie wir, zum anderen können unsere Augen nur von Körpern reflektiertes Licht sehen, und das Auge des Geistes ist uns verschlossen, unbekannt. Unser Gehirn ist zum Sehen auf die Augen des Leibes angewiesen und  unser Bewußtsein ist an das Gehirn gebunden und durch dieses an diese Welt solange wir leben. Das Einzige, was uns mit dem immateriellen Geist verbindet, sind also Gedanken und Gefühle. Die aber kann man nicht fassen, keine Zange kann sie festhalten. Den Leib Christi konnte man ans Kreuz nageln, nicht aber seine Seele, schon gar nicht seinen Geist. - Was aber sind denn nun Geist und Seele ?!  Dazu nachfolgend ein paar Gedanken.

Gestaltloser Geist

Wie wir schon sagten, sind Gedanken eine geistige Macht. Sie sind Auslöser vieler unserer Handlungen. Man spricht auch vom menschlichen Geist, der alles lenkt und alles weiß - selbst wenn der Mensch oft Fehler macht, wenn er statt der Vernunft aufgepeitschten Emotionen folgend nicht geistreich sondern geistlos handelt. Der Geist aber umfaßt unser bewußtes Denken, den Verstand, unseren Intellekt und ist unser "Licht". Wenn jemandem ein Licht aufgeht, dann ist er geistig hinter etwas gekommen. Aber sehen kann man den Geist selbst nicht, nicht einen einzigen seiner Gedanken! Er ist immateriell und hat auch nichts mit meßbarem Magnetismus oder Elektrizität zu tun, kann diese höchstens beeinflussen. Hochschul-Forschungen lassen vermuten, daß sich unser Ich-Bewußtsein, das eng mit unserem Geist zu tun hat, nicht im Gehirn befindet, sondern außerhalb unseres Körpers.  Wie kann man den Geist begreifen, der doch die Voraussetzung aller menschlichen Forschung und Wissenschaften ist? Es gibt nur einen Weg: Geist kann nur vom Geist begriffen werden, durch Beobachtungen, Denken, Analysieren, Folgern, Schlußfolgern. Wir erkennen seine Wirkungen an unseren geistigen Schöpfungen. Typische Geistes-Produkte sind z.B. Erfindungen. Die Vielfalt menschlicher Wissenschaften, von Technik, Kunst und Kultur sind auf dem Boden menschlichen Geistes gewachsen. Ebenso die vielen Berufe, Schulen, Bibliotheken usw... So etwas fehlt Tieren und Pflanzen, Steinen und toter Materie sowieso. Nun denke ich, weiß jeder, was hier unter Geist verstanden wird. Der Geist des Menschen ist also kein Spuk und schon gar kein Nichts und hat gar nichts mit Gespenstern zu tun. Der Geist ist Quelle und Grundlage menschlichen Denkens, Bewußtseins, Daseins und aller Schöpfungen. Aber er selbst hat keine Gestalt, ist dimensionslos wie jeder Gedanke, ist außerhalb von Zeit und Raum.  Der Gedanke ist eine erste Schöpfung eines Bewußtseins, kann ein Bild, einen Sinneseindruck, eine Tätigkeit oder sonst etwas darstellen für eine geistige Weiterverarbeitung bis hin zu einer Umsetzung in die 3D-Realität unserer Welt. Gedanken sind Schöpfungsinstrumente. Kein Wunder, daß man den größten Weltenschöpfer, Gott, als unendlich großen Geist definiert.

Lebendige Seele

Den Menschen zeichnet insbesondere sein Geist aus. Doch was ist die Seele ? - Sie ist seit Alters her bekanntermaßen die Grundlage allen Lebens. Alles was lebt, ist beseelt, wußte man früher. Man ging schon in alten Zeiten ganz selbstverständlich davon aus, daß die Seele das lebendige Wesen eines Menschen, eines Tieres oder einer Pflanze ist. Verläßt die Seele den Leib, so stirbt er. Ein Leichnam aber ist dagegen definitiv ein toter nicht mehr organisierter Körper, der bald zerfällt. Die Seele ist demnach der intelligente Organisator und Manager, der dafür sorgt, daß ein Körper lebt, daß zum Beispiel aus einem Samenkorn ein Baum, eine Blume, oder aus einem befruchteten Ei ein Huhn, Löwe oder Elefant wird, natürlich mit Hilfe der in den Genen befindlichen Vorgaben. Die Seele steuert dabei intelligent jene Kräfte, die auf die Chemie des Körpers und die Nerven wirken. Sie selbst nimmt an allen Regungen teil und sorgt für Erhaltung und Fortpflanzung, empfindet Sympathie und Antipathie, weiß was gut oder schlecht für das Wesen ist und reagiert entsprechend. Die Seele kann man so auch als den Gefühlskörper eines Wesens bezeichnen. Die Seele wächst und lernt mit dem Wesen, das sie bewohnt. Sie ist mit dem Körper ganz eng verbunden, beim Menschen auch mit dem Geist. Die Seele ist das  Zentrum unseres "Ich" oder "Selbst". Sie ist der Souverän unserer eigenen Identität. Jesus lehrte, eine vollendete Seele sei wichtiger als ihr Geist oder gar ihr Körper:

Philippus-Evangelium (NHC II,3), Spruch 24.

Auf dieser Welt sind die, die die Kleider anziehen, wertvoller als die Kleider. Im Reich der Himmel sind die Kleider wertvoller als die, die sie sich angezogen haben.

Ein Naturgesetz lautet, daß aus etwas nie nichts werden kann. Auch kann aus Nichts nie etwas werden. Es gibt sowieso kein Nichts! Denn wäre es etwas, so wäre es kein Nichts. Da, wo wir nichts sehen, versagen nur unsere Sinnesorgane. Auch das dunkle, scheinbar leere Weltall ist voller Frequenzen, Ströme und unbekannter mächtiger Energieformen, ganz zu schweigen von den Parallelwelten. Für uns aber sind Geist und Seele das Wichtigste. Auch sie sind unsichtbar für Menschenaugen.  Sie sind weit mehr als unser alternder, vergänglicher Leib, den die Seele nur solange bewohnt, solange er lebt. Verläßt die Seele am Schluß den Leib, dann zerfällt der Leib aber nicht die immaterielle Seele, welche dann ihren innewohnenden Geist kleidet. Sie, die ewig lebende Seele kehrt zusammen mit ihrem Geist und vielen neu gewonnenen Erfahrungen heim. So erzählen es jedenfalls Religionen, Mythen, Sagen und Märchen.

Ursprung und Werdegang der Geister und Seelen

Geister und Seelen spielen seit Menschengedenken bei allen Völkern in  Religionen und Mythen eine große Rolle. Der größte Geist ist definitiv Gottes Geist und seine Seele ist die größte. Deswegen kann sich keiner ein Bild von Gott machen. Wir Menschen sind begrenzte Wesen, haben einen sichtbaren Körper, mit einer diesen belebenden Seele mit einem schöpferischen Geist aus Gott. Jesus sagte seinen Jüngern in dem obigen Spruch aus dem Philippus-Evangelium, daß das Wichtigste am Menschen nicht sein Geist, schon gar nicht sein sterblicher Leib sondern seine unsterbliche Seele ist. Sie ist das zusammenhaltende Zentrum unseres Seins. Auch schuf Gott laut Sirach alles zweifach, sich gegenüberstehend und ergänzend, damit es Bestand hat.  Den Menschen schuf er laut Moses1,1 nach seinem Bild als Mann und Frau. Deswegen gibt es männliche und weibliche Seelen, Männer und Frauen. Die Seele eines Mannes nannten z.B. die alten Römer  "Animus", die einer Frau "Anima". Erstere ist mehr kopf-orientiert (Gedanken), zweite mehr vom Herzen dominiert (Gefühl). So ist auch erklärt warum der Mann das "Haupt" und die Frau das "Herz" eines Paares ist, wie es die christliche Religion lehrt.

Aus dieser kleinen Einleitung erkennen wir schon, daß Geister und Seelen Ebenbilder Gottes sind und wie Gott Mutter- und Vater-Qualitäten besitzen.  Der Unterschied  zwischen uns und Gott ist, daß Gott wegen seiner unendlichen Größe keine begrenzte Gestalt haben kann und über Zeiten und Räumen erhaben ist. Deswegen kann auch keiner sagen, wann er erschaffen wurde.  Er ist ewig ohne Anfang. Er hat keine ihn begrenzende Gestalt. In allen Schöpfungen und allen Welten können Ihn weder Engel noch Menschen von außen ansehen, denn er hat kein Außen, es gibt nichts außerhalb von Ihm.  Nur unser Geist und die Gefühle unserer Seele machen uns wesensgleich mit diesem großen Schöpferwesen. Auch unser Geist ist  unbegrenzt und würde sich verlieren, wenn nicht die magnetische Matrix der Gottesseele die Eigenschaft hätte, die Gedanken Gottes, seine Schöpfungs-Ideen und uns aufzufangen, auszureifen und zu gestalten. So werden auch die Seelen der Menschen gebildet und in Raum und Zeit existent. Sie sind das Kleid ihres Geistes. 

Weil das Gottwesen aus zwei grenzenlosen ewig unfaßbaren Urkräften besteht, nämlich aus dem Meer der Gedanken (Ur-Yang) im Meer der Gefühle (Ur-Yin), aber selbst gesehen werden möchte von seinen Kindern, schuf es die Menschenseelen als sichbare Personen ausgestattet mit Geist aus seinem Geist und Seelenmaterial aus seiner Seele und dazu ewigem Leben. Er schuf den Menschen als Mann und Frau und so begann die persönliche Liebe und alles geistige Leben in allen Schöpfungswelten. Ur-Yang und Ur-Yin, Gottvater und Muttergottheit, wurden sich in ihren Schöpfungen und vor allem in ihren "Kindern" erstmals selbst bewußt, konnten sich erleben und lieben.  Deswegen wurden Männer und Frauen erschaffen.

Die Menschenseelen konnten und sollten sich frei und nicht als Marionetten entwickeln. Das große Gottwesen wollte, daß es Menschen gibt, die mit ihrem Geist und ihrer Liebe Gott suchen, erkennen und von sich aus lieben, in ihre Herzen schließen. Liebe hat ja nur Wert, wenn alles freiwillig geschieht. Gekaufte Liebe oder befohlene Liebe zählt vor dem wahren Gottwesen nicht. Die Gotteltern wissen, daß man Liebe nicht befehlen kann. Nie erließ das wirkliche Gottwesen ein Gebot wie "Du sollst Gott lieben!". Gott ist Liebe, kennt den Wert der Liebe. Mit Kindern, die Gott als Wesen der Liebe erkennen und dann selbst lieben, wird das große Gottwesen gerne mitwirken. Es wird ihnen helfend zur Seite stehen.  Gott und Gottheit haben auch großen Gefallen daran, wenn sich ihre Kinder untereinander lieben. Und wenn die Menschen als Kinder Gottes durch ihre Gottesliebe und durch Liebe zu Menschen und Geschöpfen aller Art erwachsen geworden sind, dann finden sich nach dem Abstandgesetz der Liebe Paare, welche zusammen bleiben. In ihr wohnt dann ein Zentrum der Gottheit und in ihm wohnt dann ein Zentrum Gottvaters. Durch solche Paare wird dann das Gottwesen vertreten in den Schöpfungen. Mit solchen ist dann auch ihre Macht. Es sind dann echte Gottes-Existenzen, bestehend aus Mann und Frau. Wer will, kann sie Engel nennen. Alle Gottes-Existenzen bilden das sichtbare, existente Gottwesen im Gegensatz zum allumfassenden nicht begreifbaren und nicht existenten. 

Der Weg von der Geburt eines Geistwesens in einer Seele bis hin zur Gottesexistenz ist langwierig und schwierig, wenige Wesen wollen diesen Weg beschreiten, wenige schaffen es. Auf dem beschwerlichen Weg gibt es verschiedene Stufen der Entwicklung. In der ersten Phase sind Gottes Kinder nur göttliche Gedanken. In der zweiten Phase festigen sie sich in der göttlichen Seelen-Matrix, reifen dort aus und erhalten Gestalten als Jungen und Mädchen, wobei bei den Mädchen mehr das gestaltende Prinzip vorherrscht und bei den Jungs der erfinderische Geist. Aber beide haben sowohl Geist als auch Seelen. Sie unterscheiden sich nur dadurch, dass sie geschlechtsspezifisch unterschiedlich denken und fühlen und handeln. Auch in ihrer Erscheinung sind sie unterschiedlich. Alle Kinder Gottes sind übrigens einzigartig, doch anfangs unerfahren und unwissend. Sie müssen durch die Schule des Lebens gehen in den Schöpfungswelten, damit sie erwachsen werden. Dort bilden sie auch ihre eigene Persönlichkeit in geistiger Freiheit aus, lernen viele Partner mit anderen Ansichten und allerhand Neues kennen, was im göttlichen Kindergarten nie der Fall gewesen wäre. 

  Anmerkung: "Geistwesen" wollen wir die Geist-Seelen-Einheit nennen, die auch "Lebendige Seele" heißt. Zum noch besseren Verständnis: Ein beseelter Körper ist ein lebendiger Körper. Eine Seele mit einem eigenen Geist ist eine lebendige Seele. Ein Menschengeist mit erwachtem Gottesfunken ist ein göttlicher Geist. Wenn dieser Gottesfunken zu einer Sonne, einem Stern am Himmel Gottes, geworden ist, dann ist dieses Geistwesen eine Gottesexistenz wie z.B. Jesus ein Licht in der Finsternis war.

Wir wollen nun den Weg eines Geistwesens grob skizzieren:  Neue Gotteskindlein besitzen noch keine Kenntnisse über die großen Schöpfungswelten außerhalb des göttlichen Kinderreiches. Sie kennen weder Gutes noch Böses. Sie sehen aber mit ihren Geistesaugen, wie andere Geistwesen in seelische "Wasser" (=Sphären) als Kinder abtauchen und später wieder als Erwachsene aus diesen zurückkehren - größer, reicher und mit einem strahlenden Seelenkleid angetan.  Das verstehen sie nicht, doch sie wollen verstehen. So geht ein Paar, ein Junge und ein Mädchen, die sich gut verstehen und schon immer gern zusammen spielten, auch zu diesen unteren Seelenwassern, um so zu werden wie die zurückkehrenden Großengel. So wollen wir diese älteren Geistwesen mal nennen. Sie fragen die Heimkehrer und erhalten die Antwort, daß sie da unten am Baum der Erkenntnis erwachsen werden können. Man kann dort zu den Gotteltern in sich finden, man kann sich aber auch verirren und muß dann viel Leid erfahren. Der Baum der Erkenntnis sei eine große Schule aller Geistwesen und besonders der Gotteskinder, die erwachsen werden wollen. Das junge kindliche Paar versteht nicht viel, denn es kennt noch nichts, kennt kein Leid, hat noch nie das Licht erkannt durch bewußt erlebte Dunkelheit, nie die Wärme erkannt durch bewußt erlebte Kälte, geschweige denn Liebe und Macht verstanden. Es verlangt sie nach dem Erwachsenwerden und dem Erkenntnis- und Gefühls-Reichtum. Sie wollen nun da auch mitmachen und solche Großengel werden.

Am Tor vor den unteren Wassern steht ein Wächter, der sie aufklärt, daß - wenn sie durch den Vorhang des Vergessens gehen - jeder von ihnen ein spezielles Seelenkleid erhält, damit sie in diesen ihnen ganz fremden Seelen-Phären leben und Erfahrungen sammeln können. Nur so könnten sie das Geheimnis der Liebe und des Lebens wirklich erfahren und ihr gewünschtes Ziel erreichen, sei es was auch immer. Auf dem weiteren Weg würden sie bewußtseinsmäßig getrennt und nach und nach alles vergessen. Jeder wird auf einer Erde in ein weiteres Kleid eingekleidet, in ein beschwerliches materielles Kleid voller Bedürfnisse. Darin werden sie die wichtigsten Phasen ihrer Persönlichkeitsbildung erleben, Liebe und Leid und auch den Tod kennenlernen. Dort bestimmen sie selbst, welchen weiteren Weg sie gehen wollen. Viele kehren nicht mehr zurück, sondern wenden sich von den Himmeln Gottes, ihrer Heimat, ab und finden andere gleichgesinnte Partner und Partnerinnen, mit denen sie aber nicht dauerhaft zusammenbleiben. Sie bleiben lange im Karma-Reinkarnations-Kreislauf und  zu ihrem Erkenntnis-Level passenden Geistervereinen.

Jetzt verzagen beide, weil sie nicht wollen, daß sie getrennt werden. - Da antwortete der Wächter-Engel, daß sie nur bewußtseinsmäßig getrennt werden und daß die so erfahrene Trennung nur solange andauert, bis sie das Wesen der Liebe kennengelernt und sich zu eigen gemacht haben, bis sie die Gott-Eltern  gefunden und erkannt haben und diese lieben. In Gottes Liebe werden sie sich alle wiederfinden und als Großengel werden sie mit allen, die sie lieben, jederzeit bewußt in Verbindung treten können. Sie werden außerdem immer nur dahin kommen, wohin sie ihre Liebe, ihr Wollen, zieht.  - Nun fassen sie Mut, denn es klingt verheißungsvoll, die Macht der Liebe kennenzulernen, erwachsen zu werden und einmal zur göttlichen Familie gehören zu dürfen.

Kaum waren sie durch den Vorhang gegangen, stehen sich die zwei als schon junger Mann und als junge Frau gegenüber in einer unheimlichen Welt aus Dämmerlicht, unbekannten Gestalten und Formen. Zurückschauend erschraken sie zum ersten Mal, denn das Tor war nicht mehr zu sehen.  Es gab kein Zurück, nur noch den Gang durch diese fremden Welten, aus denen ihnen ein unangenehmer Wind entgegenwehte. Was werden sie erleben und zu bestehen haben?  Ein beklemmendes Gefühl beschleicht sie. - Sie blicken sich an, fühlen sich zueinander gezogen und das Gefühl aufkommender Angst weicht einem beseligenden Gefühl der Zuneigung zueinander. Doch als sie sich einander näherten, fallen sie plötzlich in einen tiefen Schlaf, noch bevor sie sich berühren konnten. Als sie dann nach einiger Zeit wieder erwachen, sind sie allein, ohne Gefährten, ohne Gefährtin. Zum ersten Mal erlebten sie das Gefühl des Kummers und Schmerzes. Ein Bild im Herzen erinnert sie noch an den lieben himmlischen Bruder bzw. die liebe himmlische Schwester. Aber das Bild verschwand, je mehr sie aneinander dachten. -  Sie fühlen sich zum ersten Mal richtig allein. Es fehlte ihnen etwas ganz Wichtiges. Stattdessen blieb nur ein ziehendes Gefühl in ihrer Brust, das sie in den kommenden Zeitläufen und Inkarnationen nicht mehr verläßt. Es nennt sich Sehnsucht nach dem Partner bzw. der Partnerin. Ab jetzt suchen sie die "bessere Hälfte", die Ergänzung, den fehlenden Partner, den Prinzen, die Prinzessin und sie finden auch tatsächlich viele . . . aber fremde,  sympathische und auch unsympathische. Sie verbinden sich mit vielen freundschaftlich, mit einigen ehelich und gewinnen jedesmal neue Erkenntnisse. Doch das einzig Beständige in den unteren Wassern (irdische Seelenwelten) ist die Unbeständigkeit und so suchen sie weiter und klettern Erkenntnisstufe um Erkenntnisstufe höher. 

Die Wege sind sehr unterschiedlich, ganz individuell, und führen stets ins Land ihrer Liebe. Das muß nicht das Reich Gottes sein. Ihre ursprüngliche Heimat vergessen viele und wollen auch gar nicht mehr hin. Es gibt in den unteren Wassern, den kosmischen Reichen, überdies noch ganz andere "Himmelreiche", welche nichts mit der himmlischen Heimat zu tun haben, aber doch vielen gefällt. Der wahre Himmel - das werden nur die Sieger noch erfahren, die Gott suchen und finden - ist übrigens kein Ort im Kosmos sondern ein Zustand höchster Seligkeit und Macht, in dem die wahre Liebe wohnt...