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Bewußtseins-Phänomen
Ich-Bewußtsein


Wie zu unserem "Ich" nicht nur der Körper gehört, sondern auch unser Geist und seine Seele, ebenso gibt es verschiedene Bewußtseinsebenen. Unser Wachbewußtsein ist fest an das Gehirn gebunden mit seinen elektrochemischen Vorgängen. Auf dieser Ebene werden Eindrücke gesammelt, verwertet und koordiniert, die einerseits von außen über die Sinnesorgane unser Gehirn erreichen, andererseits von innen aus dem Gedächtnis kommen oder als Inspirationen und Intuitionen unser Bewußtsein erreichen und ganz neue Impulse vermitteln. Das Gehirn funktioniert als körperliche Schaltstelle. Es ist nicht identisch mit unserem Ich-Bewußtsein, was auch Forschungen an klinisch Toten vermuten lassen. Über dem materiellen Gehirn mit seinen elektrochemischen Vorgängen befindet sich das seelische Gehirn, die Matrix unserer Seele. Dieses höhere Bewußtseinszentrum wird als "Unterbewußtsein" bezeichnet. Jedoch umfaßt es wesentlich mehr als uns bewußt ist. In Hypnose kommt z.B. viel Vergessenes aus dem Unterbewußtsein zurück ins Gedächtnis.  Geist und Seele bieten weitere Bewußtseinsebenen, die schwerer erforschbar sind. Aus diesen Ebenen kommen Inspiration, Intuition, höheres Wissen,  Vorahnungen sowie Glaubensgewißheit. Auch das Traumbewußtsein gehört dazu.  Insgesamt ist unser Wachbewußtsein sehr gering im Vergleich zu diesen anderen. Es bildet aber die Grundlage unserer Persönlichkeits-Empfindung. Allein es wechselt zwischen Tag und Traum und völliger Bewußtlosigkeit, z.B. in Narkose. Das Raum-, Zeit und Seins-Gefühl hängt vom Bewußtseinab. Dieses von unserem wachen Denken und Empfinden. Herr über unser Bewußtsein sind wir leider nicht. Selbsterkenntnis ist schwer - am wenigsten weiß man ausgerechnet über sein Bewußtsein, die geistige Größe seines Ichs, die Gefühlswelt seiner Seele und deren Zusammenhänge! So wollen wir ein Gedanken-Experiment wagen, das die Eigenarten von Geist und Seele bei der Bewußtseinsbildung beleuchten soll.

Stellen Sie sich vor, Sie stehen in einem Spiegelkabinett. Stellen Sie sich weiter vor, daß sie in jedem Spiegel ein Abbild von sich erblicken, jedoch erstaunlicherweise sieht keines dem anderen gleich und alle tun etwas anderes. Alle sind ganz verschieden und doch sollen es Abbilder von Ihnen sein! Sie schauen sich nun selbst an - da ist nichts. Sie sind nicht existent! Ihnen wurde vorher gesagt, daß dies ein Spiegelkabinett ungewöhnlicher Art sei. Denn hier sieht der Geist seine Abbilder in verschiedenen Welten. Die Abbilder leben darin, sind darin gefangen mit einem an diese Welt gebundenem Bewußtsein. Es sind sozusagen des Geistes Existenzen. Der Geist ist zwar ungebunden, seine Gedanken sind sozusagen frei, er kann damit alle Grenzen überschreiten - wenn er das mal weiß, doch er ist als ein gestaltloser Gedanke ohne Existenzgrundlage ganz wirkungslos und ohnmächtig. Für eine wirkungsvolle Existenz benötigt der Geist eine Matrix, einen Anzug aus dem Stoff der betreffenden Welt und darin noch ein Medium, über das er in jener Welt agieren und reagieren kann.

Nun wenden Sie sich wieder den Spiegelbildern zu und schauen eines länger und genauer an. Während Sie eins interessiert beobachten, zieht es Sie magisch an und plötzlich haben Sie dessen Platz eingenommen und das Spiegelkabinett ist weg. Sie sind in der anderen Welt gelandet, haben jetzt eine Gestalt, fühlen und denken mit dieser. Sie blicken sich staunend um und sehen etwas bedrohlich Großes auf sich zukommen... und denken: Nix wie weg! Das menschliche Wesen, in das Sie versetzt worden sind, denkt daraufhin dasselbe und spricht zu sich selbst: Nix wie weg!  - Was war geschehen? - Der Geist hatte gehandelt oder es wurde für ihn gehandelt. Das Wesen, in dem er sich befindet, hört auf ihn. Dieses Wesen, das einem Geist eine Existenzgrundlage bieten kann, ist ein Medium zwischen der Weltenmatrix, z.B. der Erde, und dem Geist. Wir nennen so ein Wesen Seele. Verbinden sich Seele und Geist zu einer Einheit, so profitieren beide. Der Geist schenkt der Seele seinen Intellekt, die Seele schenkt dem Geist eine Existenzgrundlage für die Welt: Eine Gestalt, einen Körper, ein Zuhause, eine Heimat. Damit sind Gefühle, Aufgaben, Fähigkeiten und vieles mehr verbunden. Zusammen bilden beide eine Bewußtseinseinheit, das "ICH"-Bewußtsein. Manche sagen auch oft "wir", selbst wenn sie allein sind. In der Seele werden alle Erkenntnisse, Erfahrungen, Gedanken, Emotionen und Gefühle regiestriert und gesammelt. Sie ist das Bindeglied und die zentrale Handlungseinheit zwischen geistiger und materieller Welt. Ohne eigenen Geist ist die Seele jedoch geistig blind, kann nur den Körperreflexen folgen wie ein einfaches Tier - oder muß intelligent von außen geführt werden wie in einem Spiel die Figuren vom Spieler. Vereint aber sind sie schöpferisch mächtig und können die Welt gezielt verändern. Solch eine Seele wird in der Religion auch eine "lebendige Seele" genannt. - Was hier nur als kleines Gedankenexperiment dargestellt wurde, läuft in Wahrheit viel eindrucksvoller ab. Auch muß ein Geist erst über lange Zeiträume seine eigene Seele bilden. Andererseits können Geister mit Erlaubnis auch in Seelen als Gäste einsprechen (Inspiration, Intuition) oder gar mitwirken (vom Schutzengel, Besessenheit durch böse Geister).

Was hat das nun mit dem Ich-Bewußtsein zu tun? - Sehr viel! Unser Wachbewußtsein ist an unsere Seele gekoppelt, genauer gesagt an das Kleid unserer Seele. Ist die Seele im Himmel eins mit ihrem Geist, so wird sie von diesem erleuchtet und hat das volle Bewußtsein über alles. Ist eine Seele ohne ihren Geist, so ist ihr Bewußtsein an die Welt gekoppelt, in der sie wohnt. Von vorangegangenen Leben weiß sie nichts oder wenig, je nach Entwicklungsstufe. Als Mensch oder inkarniert in einen Erdenkörper, hat die Seele nur ein Erdenbewußtsein, weiß auch nichts von ihrer Seele, nichts von ihrem Geist. Wir sehen also, daß das Bewußtsein jeweils an eine Welt und eine Gestalt darin gekoppelt ist. Schon im Traum ändert sich unser "Ich". Ebenso in einem spannenden Film. Da können wir unsere Außenwelt vergessen und uns ganz und gar auf einen Darsteller im Film konzentrieren und uns mit ihm identifizieren. Am stärksten wird freilich unser Bewußtsein gefesselt, wenn es sich in der Welt in einem eigenen Körper befindet und alle Regungen und Empfindungen desselben mittels seiner Seele hautnah miterlebt. Diese spezielle Identifikation endet erst dann wieder, wenn die Traumwelt durch das Erwachen beendet wird, der spannende Film zu Ende ist oder schließlich der Tod den Körper ereilt. Dann nehmen der Geist und seine Seele die Geschichte und Erfahrung des beendeten Lebensabschnittes mit in ihre Welt als Erweiterung ihres gemeinsamen Bewußtseins-Horizontes. So wächst der Baum der Erkenntnis. Jeder Zweig und jedes Blatt daran stellt eine Erfahrung dar. Leider oder Gott-sei-Dank kann ein Mensch nicht sein gesamtes Bewußtsein öffnen und auf das gewaltige Wissen seiner Vorexistenzen zurückgreifen und davon dann bewußt profitieren, sondern nur auf das kann er zurückgreifen, was er in diesem Erdendasein aktuell erlebte. Alles andere bleibt "unterbewußt" verborgen. So entwickelt er sich unbefangen von fremden Welten oder vormals erlebten Einflüssen.

Warum ist es uns Menschen nicht möglich, alle Bewußtseinsebenen, die wir mal einnahmen (Welten, Traumwelten, Parallelwelten, Präexistenzen), willentlich zu beherrschen, uns bewußt zu machen? - Nun, der Geist kann zwar in verschiedensten Welten in Gedanken herumschweifen, doch um das dort Gesehene oder Erlebte mitzunehmen oder sogar in der Welt zu handeln, benötigt er eine Seelenmatrix für diese Welt, die wie ein Magnetspeicher für Gefühle und damit verbundene Gedanken funktioniert und gleichzeitig ein Kleid und Werkzeug für diese Welt bietet wie einem Taucher die Taucherausrüstung. Diese Ausrüstung, dieses Seelenkleid, ist maßgebend für das besondere Bewußtsein dieser Welt. Alles läuft über eine Schittstelle, das Gehirn dieses Seelenkörpers. Das kann nicht das, was ein anderer Ast seines Lebens-Baumes aus einer anderen Welt und Zeit besitzt, verarbeiten und auf den Ast verpflanzen, der gerade während dieser Inkarnation neu hinzuwächst.  Weil jede Welt ein anderes Speicherformat besitzt, kann das ICH nur das bewußt abrufen bzw. erinnern, was dem Speicherformat seines aktuellen Seelenkleides entspricht. Unser irdisches Seelenkleid kann nur jene Gefühle, Gedanken, Worte und Bilder und Geschehnisse verarbeiten, die die Erde bildet. Aus Träumen werden deswegen auch nur erdnahe, auf Erden bekannte Bilder mitgenommen. Wesen und Bilder aus ganz fremden Welten kann nur durch unsere Fantasie in erdähnliche Bilder gekleidet werden.  So ist das Ziel einer sich entwickelnden Geist-Seelen-Einheit möglichst viele Speicherformate zu beherrschen, um möglichst viele Welten besuchen und verstehen zu können. Jede Inkarnation bereichert uns mit dem Format der besuchten Welt. Während einer Inkarnation ist es aber nicht möglich, sein Bewußtsein über diese zu erheben, denn das würde die Formatierung stören. Danach aber beherrschen Geist und Seele auch die Formate dieser Welt. Aus dieser befreit können sie sich bewußtseinsmäßig wieder mit allen Welten verbinden, die sie schon kennenlernten, sie können sich auch an alles erinnern in diesen Welten und mit allen und allem in lebendige Verbindung treten. - Je mehr Formate eine Geist-Seelen-Einheit beherrscht, desto angesehener und mächtiger ist sie. Ihr Bewußtseinshorizont wächst mit jedem neuen Erkenntnisast hinzu.

Das Bewußtsein ist fest mit geist-seelischen Strukturen verbunden. Im Himmel besitzt die Seele alle Seelenkleider und damit erstens alle Erinnerungen und zweitens das gesamte Erbe der Gottheit, d.h Zugänge zu allen Schöpfungen bis in den letzten Winkel. Der Geist der Seele wirkt dabei als Lebenssonne und beleuchtet alles, was interessiert, was eine Seele wissen will. Der Geist hat die Ideen, die Seele gesammeltes Wissen, zusammen entscheiden sie. Eine inkarnierte Menschenseele aber identifiziert sich mit dem Körper und hält ihn und dessen Welt für das Wichtigste, das einzig Reale. So ist das Ich eines Menschen auf diese Welt fixiert. Deshalb und weil auch die Erinnerungen an vergangene Existenzen, Parallelwelten und Traumwelten absichtlich gesperrt sind, existiert für das Erden-ICH nur die Erdenwelt . . . solange bis durch den leiblichen Tod das höhere Seelen-Bewußtsein wieder zugänglich wird. In einer noch im Körper befindlichen Seele wie beim Menschen ist das Bewußtsein normalerweise an das materielle Gehirn und die Sinnesorgane des Körpers gefesselt. Es gibt aber auch Menschen, die einen Bewußtseinskanal für eine andere Welt besitzen. - Doch dazu mehr in anderen Kapiteln.

Unser irdisches Leben ist kein Spiel ohne Sinn und Zweck sondern eine höchst wichtige Entwicklungsstufe, bei der ein Geist endlich ein viel höheres Bewußtsein, ein gediegeneres Format und eine neue Identität auf ewig erwerben kann. Dafür benötigt der Geist auf Erden natürlich seine Seele und diese einen materiellen Leib. Dieser hat zusätzlich eine archontische Triebseele. Unter Verlust seiner Erinnerung muß er zwar in ein Menschenbaby einziehen. Danach beginnt der Lebenskampf und die Festigung der irdischen Persönlichkeit, wobei die Triebseele mit ihren Bedürfnissen eine große Rolle spielt.  - Nach dem Tod des Körpers sind Geist und Seele bereichert um neue wertvolle Erkenntnisse und haben ihren Bewußtseinshorizont um vieles erweitert. Die anfänglich animalische Triebseele wird im besten Fall miterlöst, was die Auferstehung des Fleisches bedeutet.  Das Wichtigste des ICH ist die Seele, das strahlende Kleid des Geistes, das geziert ist mit herrlichem Schmuck auch von Schuld und Sühne aus Sternenwelten, Erden und Monden.